Erster Infotreff der Kommunalpolitik

Zur Vorbereitung der Fraktionen und Gremien

In Sachen „Musik für ganz Wittgenstein“ trafen sich die Bürgermeister sowie Gemeindevertreter der Kommunen Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück am 4. Februar 2026 zu einem informativen Austausch. Nach einer Besichtigung der Musikschule Wittgenstein setzte man sich auf Einladung des Berleburger Bürgerhaus zusammen, ließ die rhythmische Präzision und saubere Intonation des schwungvoll spielenden Jugendblasorchesters auf sich wirken und informierte sich gut zwei Stunden lang über die Sorgen und Nöte der Musikschule, fragte nach und bildete sich ein Bild, das anschließend in die Fraktionen der kommunalen Gremien getragen werden und für die politische Debatte eine fundierte Grundlage bilden soll.

Komplexe Thematik und Raum zum Fragen

Dr. Eike Gücker, der erste Vorsitzende der Musikschule, führte in das Zukunftsszenario der fast 50 Jahre alten Bildungseinrichtung ein, flankiert durch Schatzmeister Arnd Kassel, der zur finanziellen Situation Rede und Antwort stand. Zudem lag die druckfrische, 60-seitige Leader-Studie aus, die in den letzten zwei Jahren in einem mehrschichtigen Partizipationsprozess mit allen drei Partnerkommunen gemeinschaftlich entstand. Für ergänzende Erläuterungen dazu stand Prozeß-Coach Dr. Simon Moser aus Offenburg zur Verfügung, der den Prozeß begleitete.

Herausfordernde Rahmenbedingungen

 

 

Die Rahmenbedingungen der erfolgreich arbeitenden Musikschule und ihre 450 Schülerinnen und Schülern haben sich gravierend verändert. NRWs Kulturgesetz und das Herrenberg Urteil sollen zwar die existenzielle Grundlage von freien musikalischen Lehrkräften, insbesondere auch im ländlichen Raum, stärken, stürzen jedoch viele kleinere Musikschulen durch den erhöhten Finanzaufwand in große Nöte. Dieser entsteht u.a. durch die ab 1. Januar 2027 vorgeschriebenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen sowie durch Umsetzung verschiedenster Qualitätsmerkmale, die die Förderwürdigkeit einer Musikschule bedingen.

Nur zusammen stark

 

Um die Musikschule für Wittgenstein dauerhaft zu sichern bedarf es des Zusammenhaltes aller drei Wittgensteiner Kommunen. Für die Professionalisierung der Musikschule, die seither rein ehrenamtlich geführt wurde, ist zudem eine Leitungsstelle erforderlich. Es entstand eine lebendige und konstruktive Diskussion um Haushaltsplanungen, Aufbau- und Transformationsphasen, Finanzbedarfe. Alle sind für den Erhalt der Musikschule, soweit waren sich alle teilnehmenden Gäste einig, wobei der Weg dahin noch nicht klar ist. 

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